Julian Alps Trail Run by UTMB 2026 von 18.-20.09.2026: Vom Kinderlauf bis zum 120-Kilometer-Abenteuer war der KTC in Kranjska Gora auf allen Distanzen stark vertreten. Persönliche Bestzeiten, emotionale Zieleinläufe, beeindruckende Bergpanoramen und jede Menge Teamgeist machten das Wochenende zu einem unvergesslichen Trailrunning-Erlebnis. Im Folgenden könnt ihr in die ganz persönlichen Geschichten unserer Teilnehmer:innen eintauchen und die Höhen, Herausforderungen und besonderen Momente dieses außergewöhnlichen Trail-Wochenendes miterleben. 🏃♂️⛰️💙
Julian Alps Kinderlauf
Unsere kleinsten Trailer, Moritz Klug und Isabella Maria Klug starteten am Samstag beim Kinderlauf. Die Distanz von 150 Metern wurde nicht mit Zeit gemessen, sondern mit ordentlich Spaß! Moritz flitzte die Strecke bis ins Ziel durch, während Isabella Maria es eher gemütlich anging und als letzte im Ziel ankam. Dafür wurde sie von den Zuschauern bejubelt und gefeiert, als wäre sie die Overall Gewinnern! Im Ziel gab es für die stolzen Finisher nicht nur eine Medaille, sondern auch für jeden ein Stück Schokolade. So macht laufen auch dem kleinen Nachwuchs Spaß!
Julian Alps 10km-Next-Gen-Trail
Am Sonntag starteten David Tomberger und Timo Kosiker beim 10-km-Next-Gen-Trail.
David kam mit einer beeindruckenden Zeit von 1:03 ins Ziel. Timo folgte ihm nur 14 Minuten später und kam nach 1:17 ins Ziel. Super Leistung von unseren Nachwuchs-Trailern!
Julian Alps 10km-Funny-Trail
10 Minuten nach dem Next-Gen-Trail starteten Jasmin Klug und Andrea Kosiker beim 10-km-Funny-Trail.
Jasmin absolvierte ihren ersten Trail nur drei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Luisa und kam mit einer Spitzenzeit von 1:27 ins Ziel, wo sie mit jubelndem Applaus empfangen wurde.
Andrea hatte im mittleren Teil etwas zu kämpfen, aber mit der Hilfe einer anderen Trailerin schaffte sie es ebenfalls. Circa 1,5 km vor dem Ziel wurde sie von Jasmin mit motivierenden Worten ins Ziel begleitet, wo der Rest der KTC-Familie auf sie gewartet hat.
Julian Alps – Kranjska Gora 25 km
(Elmar) Nach 4 Starts über die 50k beim JAT, startete ich diesmal auf dem Kranjska Gora 25K.
25Km mit 1000 Hm, der größte Teil sehr gut laufbar. Eine Strecke die richtig zum Racing einlädt. Kurz vor dem Ende galt es noch eine steile Schipiste zu bezwingen - danach ging es wieder bergab und mit letzter voller Energie zum tollen Zieleinlauf mit vielen Zuschauern bei perfekten Wetterbedingungen.
Mit der aufleuchtenden Zielzeit war ich sehr zufrieden und, wie jedes Jahr, war es wieder ein schöner Ausflug nach Kranjska Gora. JAT - wir sehen uns 2027 wieder.
Julian Alps Sky Trail – 55 km / 2700 hm
(Elisabeth und Bernhard) Mit der morgendlichen Bergkälte im Gesicht stehen wir an der Startlinie. Die Spannung stieg und trotz eher schlechter Vorbereitung stürzten wir uns in dieses Abenteuer.
Das Wetter hielt und es zeigte sich auch von Zeit zu Zeit die Sonne und so konnten Elisabeth und ich das großartige Bergpanorama bestaunen. Dennoch waren vor allem oberhalb der Baumgrenze schmale ausgesetzte, felsige und matschige Passagen keine Seltenheit. Ungeachtet dieser Widrigkeiten schraubten wir uns immer höher und kämpften uns Meter für Meter voran. Die Wunschzielzeit von 9 Stunden schien in weite Ferne zu rücken.
Nachdem wir die meisten Höhenmeter hinter uns hatten, wartete auf uns noch ein scheinbar unendlicher Fahrradweg auf dem Weg zum Ziel und die Anstrengung der letzten Stunden stand uns immer mehr ins Gesicht geschrieben. Beflügelt von den Zurufen der Anderen die bereits im Ziel auf uns wartenden, ist der Moment da und ich bleibe exakt vor der Ziellinie stehen und schaute zufrieden auf die Uhr. Die neun Stunden sind noch nicht voll. Ich warte noch einige Sekunden auf Elisabeth, um mit ihr gemeinsam über die Ziellinie zu laufen.
Ein tolles Erlebnis und der gleichzeitig wohl anspruchsvollste Lauf des Jahres für uns ist vorbei, doch die Erinnerungen bleiben.
(ERWIN) Mein vierter Start – und wieder ein völlig neues Abenteuer, zusammen mit Andreas Klug.
Der diesjährige Julian Alps Sky Trail zeigte einmal mehr, warum dieses Rennen zu den abwechslungsreichsten und zugleich anspruchsvollsten Trails in den Alpen gehört. Obwohl ich bereits drei Mal am Start war, bot auch die 55-km-Variante heuer wieder veränderte Streckenabschnitte, neue Passagen und frische Herausforderungen.
Die Bedingungen waren typisch für die Region: wechselhaftes Wetter, mit sonnigen Fenstern, die grandiose Ausblicke freigaben, und nebligen Abschnitten, die die Orientierung erschwerten und die Atmosphäre gleichzeitig mystisch machten. Durch den Regen am Vortag waren viele Wege schlammig, rutschig und technisch anspruchsvoll – Wurzeln, Steine und steile Bergpfade verlangten volle Konzentration und saubere Fußarbeit.
Trotz der Härte bleibt dieser Trail ein Erlebnis, das man immer wieder laufen möchte. Die Mischung aus alpiner Landschaft, fordernden Anstiegen, schnellen Downhills und ständig wechselnden Bedingungen macht den Julian Alps Sky Trail zu einem sehenswerten, herausfordernden und jedes Mal einzigartigen Rennen.
Julian Alps Lake Blade 80K
(Claudia) Zwischen Start am Bleder See und Ziel Kranjska Gora liegen 80 km/ 3757 HM+, 30 km Grenzpanoramaweg über die Karawanken mit dem Stol (2174 m) und dem Golica (1834 m). Links Fernblick nach Slowenien zum Triglav, rechts Fernblick nach Österreich zum Großen Speikkogel. Etwas mehr als 17 Stunden, ein Sonnenauf- und ein Untergang. Viel Kraft, Schweiß und eisernes Durchhaltevermögen.
Fazit: harte aber herzliche Grenzüberschreitung
Julian Alps I feel Slovenia - 120km / 5800hm – Der dritte Anlauf
(Christian) Zum ersten Mal stand für mich Julian Alps by UTMB am Programm. Gleichzeitig war es bereits der dritte Versuch, die magische 100-km-Marke zu knacken.
Die ersten beiden Anläufe waren leider nicht von Erfolg gekrönt. 2025 beim GGUT konnte ich aufgrund einer Verletzung gar nicht erst an den Start gehen. Im Frühjahr 2026 beim Istria100 war die Vorbereitung nach einer Verletzung alles andere als optimal. Nach einem langen Kampf war dort bei Kilometer 70 Schluss.
Diesmal sollte alles anders werden.
Die Vorbereitung verlief gut. Viele abwechslungsreiche Trainingseinheiten, ein solider Umfang und das Gefühl, die nötige Basis gelegt zu haben. Auch der Wetterbericht spielte mit: Je näher der Renntag rückte, desto besser wurden die Prognosen und damit auch die Vorfreude. Doch wie so oft im Leben kommt es anders als geplant.
In der Woche vor dem Rennen erwischte mich eine leichte Verkühlung mit Halsschmerzen und Schnupfen. Die Unsicherheit war groß. Erst am Donnerstagabend, keine 24 Stunden vor dem Start, hatte ich das Gefühl, wieder einigermaßen fit zu sein.
Der Start des 120-km-Rennens erfolgte in Radovljica, einem kleinen idyllischen Ort unweit von Bled. Vor dem Start sorgten einige Artisten mit einer beeindruckenden Feuershow für Gänsehautstimmung und heizten dem Starterfeld noch einmal ordentlich ein. Dann war es so weit: Punkt 21 Uhr setzte sich das Feld in Bewegung und verschwand hinein in die Dunkelheit der slowenischen Nacht.
Bereits nach wenigen Kilometern führte die Strecke hinaus aus dem Ort und hinein in den ersten Trail. Flach, flowig und wunderschön schlängelte er sich durch Wiesen und Wälder bis zur ersten Verpflegungsstation bei Kilometer 9. Alles fühlte sich gut an. Mit kontrolliertem Tempo ging es weiter Richtung erster Anstieg.
Wie eine lange Lichterkette zog sich das Feld durch den dunklen Wald. Jeder hatte seinen Rhythmus gefunden. Der Untergrund war zwar nass, aber überraschend gut zu laufen. Über den ersten Berg führte die Strecke schließlich weiter zur zweiten und wenig später zur dritten Labe bei knapp 25 Kilometern. Dort traf ich auch kurz Martin Doppler von Scarpa, dem ich im Laufe der Nacht immer wieder begegnen sollte. Mal lag er vor mir, mal ich vor ihm.
Kurz nach dieser Verpflegungsstation kam der erste ungeplante Zwischenfall. Um etwa 1 Uhr morgens war bereits der erste Akku meiner Stirnlampe leer. Kein gutes Zeichen. Mit dem Ladekabel im Rucksack konnte ich unterwegs nur den Reserveakku über die Powerbank laden, dabei lagen noch rund fünf Stunden Dunkelheit vor mir. Nicht gerade die Strategie, die ich mir vorgestellt hatte.
Der nächste Anstieg führte stetig über eine Forststraße bergauf. Anfangs lief es noch rund. Das Feld hatte sich bereits etwas auseinandergezogen, aber überall waren noch Lichter vor und hinter mir zu sehen. Doch etwa zwei Drittel des Anstiegs begann etwas nicht zu stimmen.
Die Läufer vor mir wurden zunehmend kleiner, während von hinten immer mehr Athleten aufschlossen und vorbeizogen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, selbst immer langsamer zu werden. Dann begannen die Füße zu schmerzen.
Oben angekommen führte die Strecke kurz flach und flowig durch den Wald. Eigentlich ein Abschnitt zum Laufen. Für mich war Laufen zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits eine Qual geworden. Jeder Schritt schmerzte. Bergab übertrugen sich die harten Aufpralle inzwischen bis ins Kreuz. Aus lockerem Trailrunning war ein zäher Kampf geworden.
So kämpfte ich mich hinunter Richtung Bled.
Die letzten Kilometer bis zur Verpflegungsstation waren ein einziges Ringen mit mir selbst. Auch die Pause in der Labe brachte kaum Besserung. Ein Blick auf die Zwischenzeiten bestätigte schließlich das, was ich längst gespürt hatte: Etwas lief nicht nach Plan. Martin hatte seit der letzten Verpflegungsstation rund 35 Minuten auf mich herausgeholt.
In diesem Moment wusste ich: Mein Rennen war vorbei.
Doch es war erst kurz vor vier Uhr morgens. Die Familie aus dem Schlaf zu reißen und mitzuteilen, dass mein Rennen beendet war, erschien mir wenig sinnvoll. Also fasste ich einen Entschluss: Ich würde noch bis zur nächsten Verpflegungsstation weitergehen, dort befand sich auch mein Drop Bag, und anschließend alles Weitere organisieren.
Die Strecke dorthin verlief größtenteils flach. Also kämpfte ich mich Kilometer für Kilometer weiter, mehr gehend als laufend. Als ich die Labe erreichte, war die Entscheidung endgültig gefallen. Wenig später brachte mich der Shuttle zurück nach Kranjska Gora.
Auch wenn mein eigenes Rennen dort zu Ende war, hielt der Tag noch einen besonderen Moment bereit: In Kranjska Gora konnte ich noch den entfesselt laufenden Mathias Deutschbauer beim Zieleinlauf bejubeln. Ein starker Auftritt und ein würdiger Abschluss eines Rennens, das für mich zwar nicht das erhoffte Ende nahm, aber dennoch viele Erfahrungen und Erkenntnisse bereithielt.
Manchmal gewinnt man keinen Lauf. Man sammelt einfach Lektionen für den nächsten Versuch.
Und der wird kommen.