Der Aconcagua Ultra Trail zählt zu den härtesten Ultra-Trail-Rennen der Welt. Mit einer Distanz von 90 Kilometern, 3.000 Höhenmetern im Anstieg und einem Streckenverlauf der nie unter 2500 Meter über dem Meer liegt und im höchsten Punkt auf 4200 Metern über dem Meer erreicht, verlangt er den Teilnehmern alles ab. René Ganshofer und Jürgen Brunner stellten sich dieser gewaltigen Herausforderung und erlebten ein Rennen, das sowohl körperlich als auch mental an ihre Grenzen führte.
Parallel dazu startete Harald Brunner bei diesem Event auf der 42 Kilometer Distanz mit 1.000 Höhenmetern. Auch diese Strecke hatte es in sich – steile Anstiege, technisch anspruchsvolle Passagen und die gnadenlose Hitze der Anden machten den Lauf extrem herausfordernd. Doch für Harald nahm das Rennen eine unglückliche Wendung: Nach rund 17 Kilometern verletzte er sich schwer am Fuß und musste das Rennen vorzeitig abbrechen. Ein harter Moment und vorallem Rückschlag, besonders in einer so herausfordernden Umgebung, denn mental und körperlich war er bestens vorbereitet. Doch solche Misserfolge gehören zum Ultralaufen dazu und die wichtigste Lektion im Ausdauersport ist, auch Rückschläge anzunehmen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.
Für René und Jürgen führt das Rennen durch die beeindruckende Hochgebirgslandschaft der argentinischen Anden, in der Provinz Mendoza, unweit des Aconcagua (6.961 m), dem höchsten Berg Amerikas. Die Strecke schlängelt sich durch trockene Täler, steinige Bergpfade und steile Hochplateaus, umgeben von schroffen Felsformationen und einer Landschaft – Wild, rau und majestätisch.
Mit zunehmender Höhe verändert sich die Szenerie dramatisch: von sandigen Trails in den Tälern über lose Geröllfelder und steile Anstiege bis hin zu kargen Hochgebirgspassagen, wo kaum noch Vegetation existiert. Auf 4.200 Metern Höhe eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf die umliegenden Gipfel – eine atemberaubende Kulisse, die jedoch die Härte der Bedingungen nicht mindert.
Bereits am Morgen war klar: Dieses Rennen wird eine Hitzeschlacht. Temperaturen von bis zu 35 Grad im Schatten forderten den Läufern alles ab. In den tiefer gelegenen Abschnitten schien die Sonne unerbittlich auf sie herab, während der Körper mit Dehydration und Hitzeerschöpfung kämpfte. Mit zunehmender Höhe änderten sich die Bedingungen. Auf 4.200 Metern sank die Temperatur auf 17 Grad, was eine angenehme Abkühlung brachte, jedoch die Sauerstoffknappheit umso spürbarer machte. Jeder Schritt wurde schwerer, die Muskeln brannten, und das Atmen fiel immer schwerer.
Das Rennen war geprägt von intensiven Momenten, die es unvergesslich machten:
• Der Start in der Morgendämmerung: Die ersten Kilometer liefen die Athleten im sanften Licht des Sonnenaufgangs. Die klare Morgenluft und die unberührte Natur sorgten für einen magischen Moment, bevor die Hitze des Tages zuschlug.
• Der höchste Punkt auf 4.200 m (René & Jürgen): Der Anstieg zu diesem Punkt war extrem fordernd – jeder Schritt verlangte volle Konzentration. Doch der Blick über die Weiten der Anden entschädigte für jede Strapaze.
• Die gnadenlose Hitze der Täler: In den tieferen Regionen wurde das Rennen zur Tortur. Die Sonne brannte unerbittlich, und Wasserstellen wurden zu lebensrettenden Oasen.
• Die letzten Kilometer und der Zieleinlauf: Nach Stunden der Erschöpfung näherten sich René und Jürgen endlich dem Ziel. Die Dunkelheit war längst über die Berge hereingebrochen, doch ihre Stirnlampen leuchteten den Weg. Als sie gemeinsam über die Ziellinie liefen, war es ein Moment purer Emotion und Erleichterung.
Der Aconcagua Ultra Trail ist mehr als nur ein Wettkampf – es ist eine Grenzerfahrung. Die größten Herausforderungen waren
• Extreme Höhe: Die dünne Luft erschwerte das Atmen und verlangsamte die Regeneration.
• Brutale Temperaturschwankungen: Tagsüber Hitze, nachts ein abrupter Temperatursturz. Der Körper musste sich ständig anpassen.
• Technisch anspruchsvolle Trails: Rutschige Steine, steile An- und Abstiege erforderten höchste Konzentration.
• Mentale Härte: Die Erschöpfung, die Einsamkeit der Berge und die Distanz verlangten absolute mentale Stärke.
Ein unvergessliches Erlebnis.
Der Aconcagua Ultra Trail war eines der härtesten, aber auch beeindruckendsten Rennen, das René, Jürgen und Harald je bestritten haben. Die Kombination aus atemberaubender Natur, extremen klimatischen Bedingungen und physischer Grenzerfahrung machte es zu einer einzigartigen Erfahrung.
Für René und Jürgen war der Zieleinlauf ein Moment des Triumphs – die pure Erschöpfung, die Freude über das Erreichte und die unvergesslichen Bilder der Anden in den Köpfen.
Trotz oder gerade wegen solcher Erfahrungen: Das nächste Abenteuer wartet bereits!